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Probezeit

Nach bestandener Fahrprüfung durchläuft jeder Fahranfänger die Probezeit. Dies ist in § 2a Abs. 1 Straßenverkehrsgesetzes (StVG) geregelt und besagt:

„Beim erstmaligen Erwerb einer Fahrerlaubnis wird diese auf Probe erteilt; die Probezeit dauert zwei Jahre vom Zeitpunkt der Erteilung an.“

Sinn und Zweck der Probezeit ist die Vorbeugung des hohen Unfallrisikos, das insbesondere von unerfahrenen Fahranfängern ausgeht. Verkehrsverstöße und sonstiges regelwidriges Verhalten werden in dieser Zeit besonders geahndet. Die Probezeit kann sich bei gehäuften Regelverstößen auch auf 4 Jahre erhöhen.

Wird innerhalb der Probezeit ein verkehrsverstoß begangen, unterscheidet man zwischen A – (schwerwiegende Zuwiderhandlungen) und B – (weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen) Verstößen. Diese Unterscheidung erfolgt auf Grundlage des § 34 Fahrerlaubnisverordnung (FeV).

A- Verstöße sind u.a.:
• Fahrlässige Tötung
• Fahrlässige Körperverletzung
• Trunkenheit oder Drogenkonsum im Verkehr
• Fahren ohne Fahrerlaubnis
• Unterlassene Hilfeleistung
• Rote Ampel überfahren in der Probezeit
• Überholt im Überholverbot
• Zu geringer Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug

B- Verstöße sind u.a.:
• Handy am Steuer
• Kennzeichenmissbrauch
• Fahren mit abgefahrenen Reifen
• Nichtbeachtung eines „STOP“-Schildes

Die StVO stellt zwei B-Verstöße einem A-Verstoß gleich. Ein einmaliger A-Verstoß führt zu einer Teilnahmepflicht an einem kostenintensiven Aufbauseminar (250 – 500 €, Dauer etwa 9 Stunden) und hat eine Verlängerung der Probezeit zur Folge. Ein weiterer A-Verstoß in der Probezeit führt dann zu einer Verwarnung und einem hohen Bußgeld. Ein dritter A-Verstoß führt dann zum Entzug der Fahrerlaubnis. Nach einer 3-monatigen Sperre kann dann eine neue Fahrerlaubnis erteilt werden.

Die Verlängerung der Probezeit um weitere 2 Jahre erfolgt bei:
• Einem A-Verstoß
• Zwei B-Verstöße
• Ein Verstoß mit einem Bußgeld ab 60 €
• B-Verstoß mit anschließendem A-Verstoß

Bei Geschwindigkeitsverstößen ist generell zwischen einer Überschreitung der zugelassenen Höchstgeschwindigkeit um weniger als 21 km/h und um mehr als 21 km/h zu unterscheiden.
Bei einer Überschreitung von bis zu 21 km/h wird ein Bußgeld fällig. Eine Verlängerung der Probezeit tritt zunächst nicht ein, kann jedoch angeordnet werden, wenn weitere Verstöße dieser Art begangen werden.

Sollte der Fahranfänger innerhalb der Probezeit jedoch die zugelassene Höchstgeschwindigkeit um mehr als 21 km/h überschreiten, wird neben dem Bußgeld auch noch 1 Punkt im Fahreignungsregister (FAER) fällig. Darüber hinaus muss der Fahranfänger dann noch ein Aufbauseminar besuchen, was wiederum mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Besonders geahndet in der Probezeit werden Alkohol und Drogen am Steuer. Während der Probezeit gilt für jeden Fahranfänger ein striktes Alkohol- und Drogenverbot. Die Promillegrenze liegt hier bei 0,0 Promille. Bei Verstößen hiergegen droht ein Bußgeld von 250 €, ein Punkt im Fahreignungsregister (FAER) und die Verlängerung der Probezeit. Zusätzlich hierzu wird noch ein spezielles Aufbauseminar nach § 2b StVG angeordnet.

(Verkehrsrecht – Rechtsberatung an den Standorten Düsseldorf und Köln – Göbel & Partner)