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Mietwagenkosten

Nach einem Unfall muss grundsätzlich die Versicherung des Unfallverursachers für den Ersatzwagen aufkommen, soweit der Unfallgegner für den Unfall die volle Schuld trifft. Damit der Unfallgeschädigte nach dem Unfall nicht auf einem Teil der Mietwagenkosten sitzen bleibt, sollte er alle Nachweise und Belege über die Nutzung des Mietwagens aufbewahren. So kann im Zweifel auch die genaue Standzeit in der Werkstatt nachgewiesen werden.

Weiterhin gilt die sog. Geringfügigkeitsgrenze von 30 km täglich. Wenn der Unfallgeschädigte täglich weniger als 30 km fährt, so ist er nach den Grundsätzen der aktuellen Rechtsprechung nicht auf den Wagen angewiesen, sodass die Kostenerstattung durch die gegnerische Haftpflichtversicherung entfällt.

Bezüglich der genauen Kosten und der Dauer der Nutzung des Mietwagens gelten nach einem Unfall je nach Fahrzeugkategorie verschiedene Höchstgrenzen. Wurde beispielsweise ein Pkw der Kompaktklasse beschädigt, kann auf Kosten des Unfallverursachers selbstverständlich kein Luxusfabrikat als Mietwagen angemietet werden.

Muss sich der Unfallgeschädigte aufgrund eines Totalschadens ein neues Fahrzeug beschaffen, so hat er für den gesamten Zeitraum bis der neue Pkw bei ihm eintrifft, Anspruch auf einen Mietwagen.

Als erforderliche Zeit für die Wiederbeschaffung eines gleichwertigen Gebrauchtwagens veranschlagt die Rechtsprechung regelmäßig vierzehn Tage zzgl. zwei Wochenendtagen. Zugunsten des Unfallgeschädigten ist jedoch zu beachten, dass die Zeit für die Kostenübernahme nicht ab dem Tag des Unfalls zu laufen beginnt. Der geschädigte Autofahrer hat das Recht, den Eingang des schriftlichen Gutachtens abzuwarten. Die Gerichte räumen regelmäßig auch eine Überlegungsfrist von drei Tagen ein. So kann wie im Fall des LG Kiel – Urteil v. 19.07.2013, 13 O 60/12 – im Einzelfall sogar ein Anspruch auf Entschädigungszahlungen für einen Zeitraum von 27 Tagen seit dem Unfall bestehen.