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Alleinreisende Kinder – was zu beachten ist

Grundsätzlich dürfen auch Kinder alleine und auf eigene Faust sowohl innerhalb Deutschlands als auch zu ferner gelegenen Zielen ins Ausland reisen. Hierbei liegt es bei den Erziehungsberechtigten und somit im Rahmen der elterlichen Fürsorgepflichten, inwieweit sie ihr Kind alleine reisen lassen. Ist das Kind in den Augen der Erziehungsberechtigten selbstständig genug, kann es auch alleine und ohne Begleitung reisen.
Grenzen hierbei setzen jedoch zum einen der § 8 des Jugendschutzgesetzes und die Beförderungsbedingungen der Reiseunternehmen. Nach § 8 Jugenschutzgesetz dürfen sich Minderjährige nicht ohne Begleitung oder unter Aufsicht der Erziehungsberechtigten an sog. jugendgefährdenden Orten aufhalten, zu denen auch Bahnhöfe und Flughäfen zählen können. Dies ist der Fall, wenn das Kind als nicht reif oder verantwortungsbewusst angesehen wird, folglich von Fall zu Fall unterschiedlich.
Genauer festgelegt sind die Bestimmungen bei Reisen mit Bahn, Flugzeug oder Fernbus. Mit der Bahn dürfen Kinder ab 6 Jahren alleine reisen, im Alter zwischen 6 und 15 Jahren kann bei der Bahn optional auch eine Betreuung für die Fahrt hinzugebucht werden.
Kinder ab 5 Jahren dürfen auch schon alleine Flugreisen antreten, müssen dann jedoch zwingend während der Reise einer Betreuung zugeordnet werden, sei es der Erzieher oder eine Flugbegleitung. Dies erfordert bei vielen Fluggesellschaften einen Aufpreis. Grundsätzlich dürfen Kinder aber bei den meisten Airlines schon ab 12 Jahren alleine fliegen.
Strengere Regeln gelten bei den Fernbusreisen, bei denen Kinder generell erst ab 10 Jahren mitgenommen werden, bis zum Alter von 15 Jahren sogar nur mit schriftlicher Erlaubnis der Erziehungsberechtigten.
Fahrkarten für die anstehende Reise dürfen Kinder ab 7 Jahren im Rahmen des § 110 BGB eigenständig aus den ihnen üblicherweise zur Verfügung stehenden Mitteln (Taschengeld) erwerben.
Grundsätzlich ist es Minderjährigen aber immer geraten, auf ihren Reisen stets ein schriftliches Einverständnis der Erziehungsberechtigten mitzunehmen und auch Notfallkontakte und Adresse der Erziehungsberechtigten und gegebenenfalls anderer Verwandter beizufügen.

Verkehrsanwälte Göbel & Partner