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Gebrauchtwagenkauf – Arglistiges Verschweigen eines Unfalls

Gebrauchtwagenkauf – Rückzahlung des Kaufpreises bei unterlassener Auskunft über Unfälle
Urteil OLG Braunschweig v. 06.11.2014
Verschweigt der Verkäufer eines Gebrauchtfahrzeuges dem Käufer gegenüber, dass das Fahrzeug in der Vergangenheit bereist wegen eines Unfallschadens repariert wurde, so kann der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten und den Kaufpreis zurückverlangen. Auch kleinere Blechschäden, die einer Reparatur unterzogen wurden, müssen dem Käufer mitgeteilt werden.
Der Käufer muss sich bei der Rückzahlung des Kaufpreis jedoch die Gebrauchsvorteile anrechnen lassen, die er durch die Nutzung des Fahrzeuges erlangt hat. So sind gebrauchüblicher Verschleiss des Fahrzeugs und Nutzungsvorteile vom Kaufpreis abzugsfähig. So seien von dem Kaufpreis 0,33 Prozent pro gefahrene 1000 Kilometer abzuziehen
Im vorliegen Fall hatte ein Mann einen Audi Avant für 35.000,00 € gekauft und auf konkrete Nachfrage, ob der Wagen bereits Unfälle gehabt habe die Antwort erhalten, es seien in der Vergangenheit lediglich ein Kotflügel und der Stoßdämpfer für 2000,00 € ausgetauscht worden. Nach etwa einem Jahr stellte ein Gutachter fest, dass das Fahrzeug bereits mindestens zwei Unfälle gehabt habe. Der Käufer konnte daraufhin gegen Rückzahlung des Kaufpreises und unter Anrechung der genannten Gebrauchsvorteile vom Vetrag zurücktreten.

Göbel & Partner – Rechtsanwälte für Verkehrsrecht – Düsseldorf – Köln